Corona – der unsichtbare Feind der Seele – lasst uns aufeinander schauen!

Wir lesen es immer wieder – wir hören es immer wieder. Während des ersten Lockdowns, zwischendurch und auch gerade aktuell vor unserem 2. Lockdown: Psychische Belastungen sind seit April 2020 um das Drei- bis Fünffache angestiegen.

Corona – der unsichtbare Feind für die Seele

Finanzielle Sorgen, Ängste um die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer, Jobverlust oder drohender Jobverlust, Ausgangsbeschränkungen, Doppel- und Dreifachbelastungen durch Home-Office / Home-Schooling, Einsamkeit, Wegfall gewohnter Strukturen / vertrauter Sicherheiten – die Gesichter Coronas sind vielseitig.

Kaum bei einem Menschen geht die aktuelle Situation spurlos vorbei. Die Krise betrifft uns alle, wenn auch in unterschiedlichen Maßen. Unser Alltag hat sich drastisch verändert: Reduzierte soziale Kontakte, oft wenig körperliche Nähe, bis hin zur völligen sozialen Isolation.

Psychische Erkrankungen und Belastungen haben viele Gesichter

So vielfältig und unterschiedlich die Krankheitsbilder, die Symptome und Belastungen sein mögen, so sehr verbindet sie eines: Der Leidensdruck ist meist enorm. Sie beherrschen oft den Alltag und gehen nicht selten mit Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifeln und Niedergeschlagenheit einher.

Müdigkeit, Überforderung – das stille Leid inmitten der pulsierenden Welt. Schamgefühle und Selbstvorwürfe – kaum jemand spricht gerne über sein dunkles Geheimnis. Über die Dämonen der Finsternis.

Panikattacken, Angst in der U Bahn, Angst vorm Auto fahren, Angst einkaufen zu gehen, Angst alleine zu sein. Alpträume, Schlafstörungen.

Gefühllosigkeit in der unendlichen Leere des eigenen Seins. Umgeben von Gleichgültigkeit. Jeder Schritt ein Kraftakt. Jeder Tag eine Qual. Deprimierende Gedanken im Endloskarussell.

Morgen eine Ewigkeit entfernt. Die Verzweiflung im Heute. Der trostlose Schrei der Gegenwart.

Wenn jeder Schritt eine Plage ist, wird der Weg zum hoffnungslosen Kampf.

Wenn jeder Morgen einem Martyrium gleicht, verblassen die buntesten Farben im Nebelgrau der Landschaft.

Wenn jede Aufgabe eine Herausforderung darstellt, wird der Schlaf zum befreienden Retter. Die einzige Zeit ohne Schmerzen. Ohne seelische Schmerzen.

Wenn die Welt rund um einen voller Glück, Erfolg und Liebe nur so strotzt und scheinbar jede Krise mit Leichtigkeit bewältigt, wird das Ich zum Versager des eigenen Lebens. Zum Versager dieser Welt.

Lasst uns aufeinander schauen!

Lasst uns gegenseitig unterstützen und ein bisschen mehr Farbe in die Zeit der Entbehrung bringen.

Lasst uns unsere Familie, Freunde und Bekannten anrufen, um zu fragen, wie es ihnen geht.

Lasst uns reden, vor allem um zuzuhören.

Lasst uns gemeinsam schweigen, wenn Reden keine Hilfe ist.

Lasst uns Briefe schreiben mit Worten, die schon längst vergessen schienen.

Lasst uns nachfragen, ob jemand Hilfe benötigt. Ob wir jemanden in dieser schwierigen Zeit beistehen können.

Lasst uns einander unterstützen, gemeinsam weinen, gemeinsam lachen.

Lasst uns Ängste und Sorgen ernst nehmen.

Lasst uns dankbar sein und uns bei Menschen bedanken, die uns Freude bereitet oder uns geholfen haben.

Lasst uns die Zeit nützen, um unsere Beziehungen zu pflegen, um Worte des Herzens zu verschenken und Dinge zu sagen, die ansonsten viel zu kurz kommen.

Lasst uns vor die Türen, der Menschen die uns am Herzen liegen – vor die Türen der Menschen die uns wichtig sind, kleine Überraschungen legen. Ein selbstgebackener Kuchen, ein Tee zum Entspannen, ein kleines Zeichen der Wertschätzung. Ein kleines Zeichen, dass NIEMAND alleine ist.

Lasst uns füreinander da sein und Verständnis für Dinge entwickeln, die wir vielleicht selbst nicht nachvollziehen können. Verständnis als Zeichen des Respekts. Als Zeichen des Miteinanders.

Lasst uns alte Erinnerungen teilen und gemeinsame Pläne für die Zukunft schmieden.

Lasst uns lächeln wo immer es möglich ist, um jemand anderen eine kleine Freude zu machen.

Lasst uns zueinander ehrlich sein und eigene Erfahrungen teilen.

Lasst uns gegenseitig Mut machen und Sicherheit geben.

Lasst uns beweisen, dass die bunte Vielfalt dieser Erde der kostbarste Schatz ist und gerade vermeintliche Schwächen, unsere Welt unendlich stark machen.

Lasst uns NIEMALS vergessen, dass es da draußen viele Menschen gibt, die täglich mit Ängsten und Sorgen zu kämpfen haben.

Lasst uns zeigen, dass niemand alleine ist.

Lasst uns dafür stehen, dass wir nicht bewerten oder verurteilen. Dass wir Krankheiten und Belastungen ernst nehmen.

Lasst uns für die Geschichten hinter den Menschen Zeit nehmen.

Lasst uns zeigen, dass wir da sind, ohne wenn und aber. Ohne Erklärungen, Rechtfertigungen oder Bedingungen.

Lasst uns laut in die Welt schreien, dass wir den Wert eines jeden Menschens von NICHTS abhängig machen.

Lasst uns zeigen, dass wir alle völlig unterschiedlich und dennoch komplett gleich sind.

Lasst uns das gemeinsam durchstehen!

Psychiatrische Soforthilfe

01 31330, rund um die Uhr

Das Hilfetelefon – “Gewalt gegen Frauen”

08000 116 016, rund um die Uhr

Corona-Sorgenhotline Wien: Reden hilft. Anlaufstelle bei psychosozialen Belastungen

01 4000 53000, Montag bis Sonntag zwischen 08:00 und 20:00 Uhr

Nichts mehr versäumen: Mama vom Mond auf Facebook

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