“Willst du was ändern, dann ändere dich! oder “Mami, was ist nur los mit dir?”

“Willst du was ändern, dann ändere dich!”

Im August führte schließlich kein Weg mehr dran vorbei. Ich war müde, leer, überfordert. Unzufrieden, mit mir und mit der Welt. Planlos und dennoch 1000 Fragezeichen im Kopf. Den gewohnten Tagesablauf aufrecht zu erhalten, fiel mir schwer. Es kostete immer mehr Kraft täglich meine Maske aufzusetzen. Weil irgendwie gar nichts in Ordnung war, ich mich selbst ein Stück weit verloren hatte. Ein grauer Schleier so vieles verdeckte und ich die Frage, “was nur mit mir los sei” schlichtweg nicht mehr beantworten konnte.  Zeichen ignorierte, Gefühle verdrängte, bis das Leben höchstpersönlich an meine Tür klopfte. Mir eindrucksvoll zeigte, was passiert, wenn man nicht auf sich schaut. Wenn man Antworten, Glück und Zufriedenheit stets immer nur im Aussen, immer nur bei anderen sucht. Versucht ständig auf der Überholspur zu leben.

“Bitte versprich mir, dass du auf Lausi schaust, wenn ich keine Kraft mehr dazu habe!” unter Tränen wurde mir langsam klar, wie Ernst die Lage war. Wie weit am Boden ich mich befand, dass es mir sogar schon schwer fiel, einfache Tagesabläufe zu erledigen. Weil es sooooo viel Kraft kostete. Weil ich für vieles zu müde war. Oder mir einfach die Lust daran fehlte.

Also traf ich eine folgenschwere Entscheidung.

Eine für mich absolut untypische – ich flog alleine für eine Woche nach Griechenland. 

Ich, die noch nie wo alleine war, die sogar nachts alleine in der Wohnung Angst hatte, die überhaupt immer wieder mal mit Ängsten zu kämpfen hatte. Ich, die gerne redete und träumte, aber in der Umsetzung meist an sich selbst scheiterte.

Mich bewusst meinen Ängsten zu stellen, meine Komfortzone maximal zu verlassen, vor allem aber, mich mir, meinen Gedanken und meinen Gefühlen ungefiltert und intensiv zu stellen, schien der einzige Ausweg.  Die einzige Chance wieder zu mir zu finden, wieder eine “richtige” Mami für Lausi zu werden. Denn nichts wünschte ich mehr mehr. Nichts kostete mir so viel Kraft und Tränen, wie der Gedanke, dass ich als Mutter nicht mehr funktionieren würde.  Mich sogar ein Puzzle Spiel mittlerweile überforderte.

Dieses Foto entstand vor der Fahrt zum Flughafen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, was mich erwarten würde, wie es mir, nur mit mir alleine gehen würde. Doch neben all den Zweifeln und Ängsten, war da so viel Hoffnung. Hoffnung wieder zu mir zu finden, wieder zu fühlen und spüren. Wieder zu lachen und zu träumen. Wieder Kraft und Energie zu tanken, wieder mit Herz und Blut die Mami des bezauberndsten Kindes dieses Planeten sein zu können. 

Eine Woche lang galt jeder Gedanke nur mir und meinem Leben.

7 Tage weit weg von daheim, die Reise zu mir.  Die Suche nach Antworten, die Erkenntnis neuer Blickwinkel. Yoga, Medidation, Radtouren, tiefsinnige Gespräche, von Tag zu Tag lernte ich mich wieder kennen. Fand wieder heraus, wer ich bin.  Was wirklich wichtig ist im Leben. Da waren sie wieder, Gefühle und Träume. Überzeugungen und Selbstreflektion. Einsichten und Erkenntnisse. Ziele und Pläne. 

Korfu – der Kraftort meines Lebens. Der mich wieder zu mir selbst geführt hat! Der mich von Angesicht zu Angesicht, in voller Härte und doch mit so viel Zuversicht und Verständnis, an die wahren Wichtigkeiten des Lebens erinnert hat. Denn alle Antworten waren bereits in mir.  Ich konnte sie in meiner Umgebung, im hektischen Alltag, nur nicht mehr hören. Und hatte dadurch vergessen, an mich zu glauben! Verlernt, mir selbst zu vertrauen! Aufgehört mich selbst zu lieben.

Mittlerweile sind schon wieder über 2 Monate vergangen. Wie es mir geht? Es geht mir gut! Es geht mir wunderbar!! 

Es ist nicht immer alles perfekt, weil es das nie ist. 

Und auch nicht sein muss! Weil das Leben eine Reise mit Höhen und Tiefen ist. Jede Niederlage auch eine Chance. Doch anders als früher, drücke ich an Tagen, an denen ich mich nicht so toll fühle, oder unruhig bin, sofort die STOP Taste. Weil ich weiss, dass mich mein Körper & meine Seele, damit, daran erinnern wollen, wieder mehr im Innen zu sein. Etwas nicht im Gleichgewicht ist.

Aber ich habe wieder zu mir gefunden. Lausis Augen bringen mein Herz wieder zum Strahlen. Das Leben bringt mich wieder zum dankbar sein. Träume, Ideen, Wünsche, Zufriedenheit – ich bin wieder zurück. Stärker als je zuvor.  Weil ich wieder weiss, wer ich bin. Mir vertraue! Vor allem aber, wieder auf mich schaue! Selbst in der hektischsten Woche nicht auf mich vergesse. 

Ehrlich wie noch nie, sind mir diese Zeilen gar nicht so einfach gefallen. Haben mich wieder an die schwere Zeit erinnert. 

Aber ich möchte euch damit erzählen, wie wichtig es ist, auf sich zu schauen! Auf sich zu hören. Dass es absolut keinen Grund gibt, sich für solche Phasen und Gefühle zu schämen. 

Dass es kein Tabuthema sein darf!!!

“Ich hab Angst, dass das nie vergeht, ich dem ein Leben lang ausgeliefert bin!” ein Satz, den eine Freundin vor ein paar Tagen fallen ließ. Nun bin ich keine Ärztin und all das hier, spiegelt nur meine persönliche Meinung wider . Aber ich bin überzeugt davon, dass es sich IMMER lohnt zu kämpfen. Dass man immer einen Weg finden kann, mit Angst, Leere, Überforderung und vielem mehr, umzugehen. Selbst der Gestalter zu bleiben, oder wieder zu werden! Überzeugt davon, dass Ehrlichkeit und Verständnis schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung sind. Und dass man sich niemals davor scheuen darf, auch Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Weil es jeden von uns treffen kann, weil es vielen so geht! Sich überfordert oder hilflos zu fühlen. Ängste zu haben, oder sich verloren zu haben, ist keine Schande! Nichts Schlimmes! 

Auch wenn nicht gerne darüber geredet wird, man vielleicht immer noch das Gefühl hat, sofort menschlich abgestuft zu werden, so besteht wahre Stärke darin, ehrlich zu sein! Vor allem zu sich selbst!  Denn nur so, kann sich etwas ändern.

Es gibt IMMER eine Lösung!

Nur die Wege dort hin, sind ganz unterschiedlich! 

Nichts mehr versäumen: Mama vom Mond auf Facebook!

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