Wir sind schwanger!

3 Worte und 1 Gewissheit: Nichts wird je mehr so sein, wie es einmal war! Zumindest vorübergehend. Also die ersten Wochen, oder Monate. Ok es sind Jahre! Mindestens 18! Aber dann, dann wird wieder die Post abgehen. Wahnsinn…… ich werd wirklich Papa!!! Aber bestimmt ein Cooler!

 

Die Schwangerschaft kam jetzt zwar nicht aus heiterem Himmel, aber das es sooooo schnell klappt? Naja, Superspermien halt und irgendwie eh naheliegend bei DEM Körper. Aber trotzdem ……  Es hätte doch auch rein gar nichts gegen eine längere Übungsphase gesprochen! Hatte ich mich doch erst gerade an die olympischen Bettspiele und die Fruchtbarkeitstabellen am Kühlschrank gewohnt. Phuuuu….. und die rote Seidenunterwäsche   …… Aber gut, wer kann, der kann halt!

 

 

Und dann ging auch alles Schlag auf Schlag! “Ein Familienauto muss her. Sei doch vernünftig Schatz!” Also gut,  mein 240 PS starker, tiefergelegter Sportwagen mit 23 Zoll Carbon Felgen wich einer Familienkutsche mit Schiebetüren und Lammfellschonbezügen.  Aber beim Kinderwagen hatte der Spaß ein Ende. Ein stylischer Daddy braucht auch einen stylischen Kinderwagen! Also sollte es einer mit Motor werden. Je mehr PS um so besser. Ein bissal frisiert halt – ein Baby-Tuining Gefährt.

 

Die “Oooooooh s” und “Aaaaaaah s” häuften sich in den darauf folgenden Wochen. Doch nicht wie gewohnt bei den PS-Zockerabenden und FIFA Duellen mit meinen Jungs, sondern diesmal im Turnsaal liegend, zwischen einer Horde hormongesteuerten Schwangeren, beim Geburtsvorbereitungskurs. Vieles änderte sich, aber die Freude auf unseren Zwerg wurde von Tag zu Tag größer. Wie ER wohl aussehen wird? “Na sicher wird’s ein Bub! Kommt ja nach mir!”

 

Wenn ich nicht gerade am Arbeiten war, drehte sich ab nun an alles nur mehr um den Bauchzwerg – um unser Baby. Wir fieberten jeder Untersuchung entgegen und beobachteten Little me gespannt am Ultraschall. Punkt für Punkt arbeitete ich akribisch die Ausstattungs- und Einrichtungs-Liste für DAS perfekte Märchen-Kinderzimmer ab. Zitronengelbe Wände, eine Bärchen-Bordüre, ein cremefarbener (bitte mach nicht den Fehler und sag weiß dazu!) kuscheliger Teppich. Natürlich IMMER mit einem Lächeln im Gesicht und mit freudenstrahlenden Augen! Selbst nach einem 12 Stunden Arbeitstag oder einer langwierigen Grippe. Versteht sich wohl von selbst!!! “Oder freust du dich etwa nicht auf das Baby?” Verzweiflung! Bittere Tränen! “Sei ehrlich! Du möchtest gar nicht Papa werden!” Gefühlsausbruch! Wut!

 

An manchen Tagen war es nicht gut Kirschen essen mit meiner Madame! Hormone halt! Eine tickende Zeitbombe auf zwei Beinen. Die Gefahr in Person.  Apropos Kirschen. Hattet ihr schon einmal den Auftrag Feldsalat um halb 2 nachts zu besorgen? Tankstelle für Tankstelle abgeklappert, doch den blöden Salat gabs nirgends. Dafür aber zum Glück die heißbegehrten Schokokekse mit Nacho Sauce. Die ham mich definitiv gerettet. Gar nicht auszudenken, was sonst gewesen wäre …………..

 

Wenn wir nicht gerade am Kinderzimmer arbeiteten (wobei WIR vielleicht nicht ganz richtig formuliert ist. Ich arbeitete, sie befahl), gehörten Probefahrten zum Krankenhaus (bei 12,30 Minuten lag meine Bestzeit), Fussmassagen und Namensdiskussionen zu unserer täglichen Routine. JULIUS – ich konnte es nicht mehr hören! Wer um Gottes Willen nennt seinen kleinen, coolen Fussballstar Julius? Unmöglich. Ben, Finn – gerne, aber Julius?

 

Papa werden ist nicht schwer, Papa sein dagegen sehr.

Noch bevor das selbstgebastelte Bärchen-Mobile fertig war (hat schon mal wer 23 Bärchen mit der Laubsäge ausgeschnitten?) war Julius-Ben der Meinung, es könnte losgehen. Natürlich mitten drinnen in “das Erwachen der Macht”. Wann auch sonst? Bei “Schwiegertochter gesucht”? Natürlich nicht! Ist ja eine coole Socke mein Bub! Starke Wehen im Abstand von 4 Minuten. Wir atmeten um die Wette, mit 120 Richtung Krankenhaus, Ausnahmezustand auf allen Ebenen! Dann waren wir auch schon mitten in der Geburt! Nur diesmal ohne Tennisbälle und Yoga-Musik.

 

Es war wie in einem Traum – in einem schlimmen Alptraum! Schreie, Blut, Verzweiflung! Völlig hilflos und schweißgebadet stand ich neben meiner leidenden Madame. Ich hätte ihr so gerne geholfen, ihr die Schmerzen abgenommen. Doch ich konnte nichts tun, außer ihre Beschimpfungen ertragen. Am liebsten hätte ich auch jemanden angebrüllt, doch dann wurde es auf einmal schwarz! Mein Kreislauf gab w.o. Mein Kopf & mein Körper waren mit der Geburt wohl überfordert.

 

Die letzte Wehe, ein letzter, furchtbarer Schrei, Blut soweit das Auge reicht– und dann … noch ein Schrei……. und die Hebamme hält mir Julius-Ben entgegen. Hellblau-Rosa und äußerst grantig begrüßt mich mein kleiner Checker. Das Glück, die Liebe, mit Worten ist dieser Moment nicht beschreibbar! Niemals werde ich diesen Augenblick vergessen. 

 

Aber was soll jetzt die Schere in meiner Hand? Ich? NEIN!!! Unmöglich …………………….

 

 

Madame & Little me waren schnell wohlauf und hatten die Geburt gut überstanden. Ich hatte, aber ehrlich gesagt, noch längere Zeit mit den Nachwehen zu kämpfen. Natürlich lies ich mir nichts anmerken, immerhin hatte ich jetzt Verantwortung für MEINE KLEINE FAMILIE! Also war es auch selbstverständlich, dass ich in den ersten Monaten immer wieder die Nachtdienste übernahm, dass Madame auch ein wenig zur Ruhe kam. Im Windeln wechseln war ich im Nu Weltklasse, nur an die Spuckerei und Schreierei konnte ich mich nicht so schnell gewöhnen.   Juli-B zeigte uns schnell wer der Herr im Haus war und hielt uns rund um die Uhr auf Trab. So anstrengend die erste Zeit auch war, so unheimlich stolz und dankbar war ich für jeden Moment mit meinem Sohn. Er hat mir gezeigt und gelernt, was ihm Leben wirklich zählt.

 

Da unser Liebesleben ohnedies dahin war, beschlossen wir kurzer Hand unser Ehebett zum Familienbett umzufunktionieren. In der Stillgruppe wäre dies wohl empfohlen worden! Zum Schutz des kleinen Windelrocker mussten natürlich auch der Fernseher und die Playstation aus dem Schlafzimmer weichen. Überhaupt hat sich einiges geändert, seit Juli-B bei uns eingezogen ist. Fussball-Abende finden auf Lautstärke 2 statt, meine Jungs sehe ich nur mehr 1 Mal in drei Monaten und meine Wochenenden starten zwischen 04:30 und 06:15.

 

Trotzdem, würde ich Juli-B um nichts auf der Welt mehr hergeben wollen! Es ist, als wäre er schon immer da gewesen. Meine Liebe zu ihm ist mit Worten nicht zu beschreiben. Die Liebe zu meiner kleinen Familie stärker, als alles andere auf der Welt. Es ist perfekt, wie es ist!

 

 

Liebe Papas, auch wenn wir es euch vermutlich viel zu selten sagen:

 

Ihr leistet einen großartigen Job!

 

 

Ihr seid eine unverzichtbare Unterstützung und eine große Hilfe! Ihr ertragt unsere Launen, meistert die vielen Höhen und Tiefen, geht mit uns durch dick und dünn und seid immer für uns da! Ihr seid wunderbare Väter, die tollsten Spielkameraden, großartige Vorbilder und wundervolle Partner (zumindest meistens 🙂 ). DANKE!

 

 

 Nichts mehr versäumen: Mama vom Mond auf Facebook

 

 

 

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