Gerade noch zuckersüß und entzückend liebenswert, im nächsten Augenblick trotzig und stur. Dann wieder ganz verletzlich und in Tränen aufgelöst. 

Sorry, auch wenn ihr euch vielleicht schon gefreut habt, aber NEIN, ich schreibe heute nicht über meinen Ehemann.

Sondern viel mehr darüber, dass mich Lausi gerade an manchen Tagen an einen Teenager in der Blüte seiner Entwicklungsphase erinnert. Während wir in einem Moment noch romantisch im Autobus heiraten wollen, bin ich im nächsten Augenblick nicht Mal mehr zu seiner Geburtstagsparty eingeladen.

Obwohl mir die emotionalen Achterbahnfahrten noch bestens aus der Trotzphase bekannt sind, unterscheiden sich unsere aktuellen Episoden mit fast 4, nun doch drastisch. Zum einen vermutlich, weil Diskussionen mittlerweile nicht nur mehr ich alleine führe, sondern auch bereits beachtliche Argumente von der Gegenseite – von Lausi eingeworfen werden. An machen Tagen fühlt es sich so an, als würden wir kaum etwas anderes tun, als den lieben langen Tag zu diskutieren. 

 

“Aber Mami………….!”

 

Fotos: @Hans Gustafsson – unsplash.com

 

“Aber Mami ………….!” – da sind sie schon wieder – die Worte des Schreckens, die kaum etwas Gutes bedeuten! Genau so wie du weißt, dass dich der Gerichtsvollzieher morgens um 8 wahrscheinlich nicht mit dem Gewinn einer 14-tägigen Antillen-Kreuzfahrt überraschen wird, verheißen die gefürchteten Worte “Aber Mami……..!” kaum etwas Positives.

“Aber Mami, Zähne putzen ist langweilig!” – “Aber Mami, nur noch 10 Minuten!” – “Aber Mami, vom Fahrradhelm bekomme ich Kopfweh!” – “Aber Mami, Papi hat JA gesagt!” – “Aber Mami, nur noch einmal!” – “Aber Mami, Gemüse ist böse!” – “Aber Mami, das ist soooooo unfair!”

 

Aber auch körperliche Veränderungen begleiten die aktuellen Teenie-Launen unseres Sprösslings.

So habe ich immer wieder das Gefühl, dass vermutlich eine Veränderung des Gehörsinns stattgefunden hat. Während es für Lausi kein Problem darstellt kurze und prägnante Wörter wie “Eis”, “Spielplatz”, “Fernsehen”, oder “Spielzeuggeschäft” wahrzunehmen, stoßen wir bei der Aneinanderreihung mehrerer Wörter oftmals an unsere Grenzen. Sätze wie “Wir gehen jetzt schlafen!” oder “Du hast heute schon ein Eis gegessen!” oder “Bitte räume deine Spielsachen weg!” dürften bereits bevor sie zur Gänze beim Empfänger ankommen, direkt im Gehörgang gefiltert und umgeleitet werden. “Zurück zum Absender – Empfänger ist nicht zuhause!”

 

 

Ja, die letzten Wochen und Monate haben immer wieder für Überraschungen und Staunen gesorgt. Es hat sich viel getan! So mussten die zuckersüßen Haarlocken, einer “coolen-Buben-Frisur” weichen und mein Morgen beginnt meist mit einem liebevollen “Hey, was geht ab?”, bevor wir in die Küche zum Frühstück grooven.

 

Immer häufiger sucht mein kleiner Checker auch Kontakt zu fremden Menschen:

“Seids ihr arm?” fragte er so zum Beispiel vor Kurzem zwei Angestellte eines Autohändlers, die gerade entspannt, am Gehweg sitzend, ihre Mittagspause verbrachten. Einerseits macht mich sein Mitgefühl natürlich stolz, denn er weiß, dass man armen Leuten helfen soll, andererseits gibt es Momente, in denen man am liebsten im Erdboden versinken möchte. Ein anderes Mal sorgte er auf der Zugfahrt von St. Pölten nach Wien für erstaunte Gesichter: “Herr Mann, schau, da ist London!” erzählte er freudestrahlend dem Zugbegleiter. Man weiß aktuell eben nie so genau, welche Überraschungen und Herausforderungen dir die nächsten Sekunden bringen werden.

Was bleibt, sind wie so oft viele Fragezeichen. Natürlich habe ich versucht mich im Internet schlau zu lesen und nach Erklärungen gesucht. 

 

Fotos: @Hans Gustafsson – unsplash.com

 

Was würde MacGyver machen?

Meine Besessenheit nach Antworten hat Google förmlich lahmgelegt und auch den Standby-Modus meiner Ehe kurzzeitig aktiviert. Solltet ihr also abends zwischen 20 und 22 Uhr Veränderungen eurer Internet-Geschwindigkeit feststellen, wisst ihr jetzt, wo das Problem liegt (;

Aber immerhin will man als Mami doch für jedes Verhalten und Benehmen seines Nachwuchses prompt die richtige Antwort parat haben und verstehen, was da gerade so abgeht.

Und wer könnte das wohl besser beurteilen und beantworten als fremde Menschen im Internet? Klar, wäre es auch möglich einfach Leute auf der Straße zu befragen. Aber, ob die überhaupt Ahnung von Kindern haben? Es soll ja auch Mamis geben, die sich grundsätzlich immer auf ihr Bauchgefühl und so ein Zeugs verlassen. Aber wer die Beziehung zwischen mir und meinem Bauch kennt, weiß, dass das bei uns beiden keine Option ist. Immerhin brauche ich verlässliche Auskünfte.

 

Also führte kein Weg an der nächtelangen Internet-Recherche vorbei.

Und was soll ich euch sagen? Ihr habt es wahrscheinlich schon vermutet! Neben einem Paar Super-Sale-Sandalen, einem herzhaften Rezept für gefüllten Schnittlauch und einer Premium Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe für Gartenmöbel, habe ich doch auch tatsächlich die Antwort auf meine Fragen in der Online-Welt gefunden:

 

Es ist nur eine Phase!

 

Was auch sonst? Phase ……. das Lieblingswort aller Eltern! Warum bin ich eigentlich nicht selbst auf diese naheliegende These gekommen? Böse Zungen behaupten ja, alles wofür es keine rationale Erklärung, logische Begründung oder nachvollziehbare Antwort gibt, wird als Phase tituliert.

Manche vermuten auch, dass dieser Begriff, für Mütter überhaupt erst erfunden wurde:

“ACHTUNG, ACHTUNG hysterische, über motivierte Mutter mit 1000 Fragen ist unterwegs! Bitte alle Kolleginnen und Kollegen, die Dame auf eine ganz normale PHASE zu verweisen. Ich wiederhole: Bitte die Mutter, auf eine normale PHASE zu verweisen!”

 

Wie auch immer, mir gefällt das Wort! Es lässt einen breiten Interpretationsspielraum zu und liefert für nahezu alles, schnell und zuverlässig eine Begründung.

 

Die gute Nachricht im Zusammenhang mit Phasen:

 

Es wird vergehen! Es wird vergehen! Es wird vergehen!

 

Bis dann direkt darauf, die nächste Phase Einzug hält und wieder für neue Fragezeichen am Familienhimmel sorgt. (((:

 

 

Nichts mehr versäumen: Mama vom Mond auf Facebook

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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