/ Dezember 10, 2017/ Liebesspiele

Es ist endlich wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür. Eine magische, zauberhafte Zeit. Für mich ganz klar, die schönste Zeit des ganzen Jahres! Eine Zeit in der alles anders ist. In der die Herzen wieder ein Stückchen wärmer werden. Mich Kekse schon beim Frühstückstisch anlachen und meine blinkenden Rentier Socken für romantische Stunden und erotisches Knistern im Schlafzimmer sorgen.

 

Kekse backen, Adventskranz basteln, fröhliche Weihnachtslieder singen, es gibt viele schöne Gelegenheiten die Zeit des Wartens auf den Heiligen Abend zu verkürzen. Den Zauber der Vorweihnachtszeit zu genießen, die Freude auf das Christkind gemeinsam zu zelebrieren. So hat wahrscheinlich jede Familie ihre eigenen Traditionen und Rituale diese besondere Zeit des Jahres unvergesslich zu verbringen und zu gestalten.

 

So ist es bei uns schon zur lieb gewonnenen Tradition geworden, dass wir uns jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit mit Doris, der Jugendfreundin meines Mannes treffen und gemeinsam einen Weihnachtsmarkt besuchen. Eine schöne Gelegenheit sich wenigstens einmal im Jahr zu sehen. Sagt zumindest mein Mann.

 

Doris, die alleinstehende, kinderlose, dünne Single-Frau, die meinen Mann schon aus der Sandkiste kennt. Wie viel Spaß sie doch damals gemeinsam hatten, die beiden Süßen. Herrlich!

 

Optisch ähnelt sie einer Monster High Barbie mit Helene Fischer Gesicht. Ein weibliches Gesamtkunstwerk, dessen Einzigartigkeit die Augen im ersten Moment etwas überfordert. Ihre natürlich wirkende, wasserstoffblonde Mähne, ihre vollen Lippen, ihre Nerzwimpern. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was mir an ihr am besten gefällt. Theoretisch könnte sie als Erotik-Sternchen ihr Geld verdienen. Praktisch sitzt sie im Nagelstudio und wartet zwischen Nagellack und Acyrl darauf, endlich entdeckt zu werden. Nur schade, dass sie nicht in Wien wohnt. Könnte man sich doch sonst viel öfter treffen und über die unvergesslichen, lustigen Jugendsünden von damals plaudern. Aber leider wohnen sie und ihre künstlichen Körperteile mittlerweile in der Steiermark. Weit, weit weg von unserem Leben. 237 Kilometer die sie von meinem Ehemann trennen. Wirklich ein Pech!

 

Meinem Mann war es von Anfang an wichtig, dass wir uns verstehen, gehört sie doch zu seiner Vergangenheit. Wie schön oder? Und er hatte Recht! Wir sind irgendwie Freundinnen geworden. Die Botox-Doris und ich. Alleine schon ihm zu Liebe! Auch ihn verbindet natürlich nur eine platonische Freundschaft mit ihr. Da vertraue ich ihm voll und ganz! Was sollte er auch sonst vom steirischen Pamela Anderson Verschnitt wollen? Handy- und Chat- Protokolle speichere ich schon lange nicht mehr ab. Basiert unsere Ehe doch auf Vertrauen. Und sogar Lausi hat Doris schon ins Herz geschlossen. Steirer-Barbie“ nennt er sie liebevoll. Hihihi. Kinder und ihre Phantasie…..

 

Gestern war es dann endlich soweit. Die Zeit des Wartens hatte endlich ein Ende. Pünktlich um 15:20 kam sie zum verabredeten 15:00 Treffpunkt am Christkindlmarkt.

 

 

Rosa Jeans, schwarz-goldener Pelzmantel, Leoparden Highheels und eine pinke Handtasche. „Huhu Dorli meine Liebe! BUSSI! BUSSI! Wow, du schaust einfach unglaublich, ähhhm, unglaublich bunt aus!“

 

Mit dem Vorurteil, dass schöne Frauen, nicht auch klug sein können, räumt Doris im Nu gekonnt auf. Sie weiß wirklich alles über das Leben! Ich würde nicht sagen, dass sie die Welt erfunden hat. Das wäre unfair! Aber sie hat mit Sicherheit, demjenigen der die Welt erfunden hat gesagt, wie es funktioniert. Politik, Sport, Geschichte – mit Doris kann man sich über alles unterhalten. Wobei unterhalten irgendwie der falsche Ausdruck ist. Man kann zuhören, während sie erklärt. Wirklich ganz toll und interessant. Ich liebe es!

 

So hat sie mich auch darüber aufgeklärt, wie wichtig eine enge Mutter-Kind-Beziehung, gerade in der Trotzphase für eine spätere positive und erfolgreiche Lebensweise des Nachwuchses ist. Ohhh wie lieb, dass sie soooo tolle Tipps für mich und mein Kind hat! BUSSI! BUSSI! Nur schade, dass ihre Mutter das wohl verbockt hat. Wenn du nicht weißt, wie du deine Kinder erziehen sollst, frag Leute die keine haben, die wissen das. Oder ruf beim Pizzaservice an. Die haben auch oft hilfreiche Tipps.

 

3 Bärenpunsch, 2 Brandteigringe und gefühlte 7 Stunden später kippte die ausgelassene, freundschaftliche Stimmung dann kurzzeitig.

 

 

„Mami sagt, du stinkst nach grauslichem Billig-Parfüm!“

 

Mein Mann schaut entsetzt! Doris wird unter ihrer 4 cm Puder-Schicht etwas bleich im Gesicht! Mir wird kurzzeitig schlecht!

 

„Hihihi Kinder! Auf welche Ideen sie nur immer kommen!“ sagte ich peinlich berührt. BUSSI, BUSSI. Wo er das nur aufgeschnappt hat? Diese Fernsehsendungen.

 

Doch einer wahren Freundschaft, wie unserer, können solche Kleinigkeiten zum Glück nichts anhaben. Marktstand Nummer 45 am Christkindlmarkt. BLING, BLING soweit das Auge reicht! Geschmacklose Ohrringe, kitschige vergoldete Halsketten, gefakte Gucci Haarreifen – Doris hatte das Paradies entdeckt. Ein Stück vertraute Heimat in Wien. Aufgeregt zerrte sie mich zu dem Billig-Ramsch-Standl. Ihre Augen strahlten mit der Weihnachtsbeleuchtung um die Wette. Fröhliches Freundinnen-Shopping am Weihnachtsmarkt. Wie schön! BUSSI, BUSSI.

 

3 Prada-Geldbörsen reicher stieg Doris dann um 22:17 in den Zug nach Graz. One way – weit, weit weg von uns! So endete ein fröhlicher, gemeinsamer Weihnachtsnachmittag mit der entzückenden Dorli. Der Sandkistenfreundin meines Mannes. Mit der er doch so viel Spaß gemeinsam hatte. So eine Liebe und Bemühte! Ganz, ganz putzig die Frau! Und so klug! Freu mich direkt schon heute, auf unser Wiedersehen nächstes Jahr! BUSSI! BUSSI!

 

Nichts mehr versäumen: Mama vom Mond auf Facebook

 

 

 

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie sollten das verwenden HTML Schlagworte und Attribute: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*
*