/ November 8, 2017/ Lausis Welt

 

Mein Lausi hat heute seinen ersten Kindergarten-Ausflug. Bilderbuchkino zum Thema „Sicherheit“. Und morgen ist schon Laternenumzug. Unser erster Laternenumzug.

 

Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir.
Mein Licht ist schön, könnt ihr es sehn? Rabimmel, rabammel, rabumm.
 
 
Seine Laterne ist so toll geworden. Die schönste Laterne, die ich je gesehen habe! Fotos davon, habe ich so ziemlich an alle Leute, die ich kenne, verschickt. Papi und Lausi haben das wirklich spitze gemacht. Während Mami arbeiten musste und beim Laternen-Basteln im Kindergarten nicht dabei sein konnte. Es hat mir fast das Herz zerrissen. Möchte ich doch nichts versäumen, jede Station miterleben und begleiten. Überall dabei sein. Immerhin war das seine erste Laterne! Ein Erlebnis, das in dieser Form nicht mehr rückkehren wird. Ok, für viele geht es vielleicht „nur um eine Laterne“. Für mich, ist jedoch alles was mein Kind macht, erlebt und lernt pure Freude und Glück. Von Stolz will ich erst gar nicht reden.

Ist er doch gerade erst auf die Welt gekommen, bastelt er plötzlich schon eine Laterne.

 
 
Ich gehöre zu den Mamis, die bei jedem Kindergartenabend mindestens 15 Minuten zu früh dort sind. Am liebsten würde ich jeden Tag bei der Abholung ein Entwicklungsgespräch mit seiner Pädagogin führen, um zu erfahren, was der Tag Aufregendes zu bieten hatte. Wird ein Gurkenglas benötigt, bringe ich 5 Gurkengläser. Bemalen alle Eltern Christbaumkugeln, versuche ich die schönste Kugel zu gestalten. Werden im Bewegungsraum Turnstationen für Eltern aufgebaut, bemühe ich mich jede Übung toll auszuführen.
Ich versuche alles zu geben, um dazu beizutragen, dass sich mein Kind im Kindergarten wohlfühlt. Akzeptiert wird, ein Teil davon ist. Wie auch ich mittlerweile schon irgendwie  ein Teil davon bin. Er soll immer gerne an die Zeit zurückdenken und sich daran erinnern, dass wir alles als Familie gemeinsam erlebt haben. Nicht er geht in den Kindergarten. Sondern der Kindergarten ist Teil unseres Familienlebens geworden. Mama und Papa werden nie eine Aufführung, eine Einladung oder einen Bastelnachmittag versäumen.
 
 
Am liebsten wäre ich natürlich auch heute beim Kindergarten-Ausflug dabei. Sitze ich ohnedies zuhause und frage mich, wie es ihm wohl gerade gehen wird. Rucksack, Regenschutz, Trinkflasche – alles laut Kindergartenliste eingepackt. Aber hätte er vielleicht doch noch etwas anderes gebraucht? Vielleicht Taschentücher? Oder einen Apfel, falls er hungrig ist? Ein kleines Spielzeug? Ersatzkleidung? Was wenn er, dringend lulu muss und kein WC in der Nähe ist? Haben die Pädagoginnen wohl Ersatzkleidung mit? Oder hätte ich daran denken sollen?
 
 

So viele neue Erfahrungen binnen kurzer Zeit. Wie sollen Mamis Nerven das bloß aushalten? So aufregend, so spannend, so schön!  So viel Neues für meinen großen Bub. Und natürlich für Mami. Ich bin mindestens genau so aufgeregt wie er. Wobei er eigentlich nicht aufgeregt ist. Und auch Papi zu Gelassenheit aufgerufen hat. Aber wie, soll man an einem so spannenden Tag gelassen bleiben?

 

Sie müssten schon unterwegs sein. Auf dem Weg zur Straßenbahn. Wird das viele Gehen für seine kleinen Kinderfüße nicht zu viel sein? Immerhin gehört er zu den Kleinsten in der großen Gruppe. Ist er doch gerade erst 3. Hoffentlich ist er brav. Wir fahren selten Straßenbahn. Ob er wohl sitzen bleibt? Aba ja! Sind doch seine Pädagoginnen dabei. Wie viele es wohl sein werden? Hoffentlich genug, damit sie alles im Griff haben.

 
Meine Emotionen schlagen gerade Purzelbäume. Es kommt mir vor, als ob mein Bub auf Schullandwoche wäre und ich ihn erst in einigen Tagen wieder sehe. Bis dahin habe ich keine Möglichkeit ihn zu erreichen, nachzufragen, ob alles passt. Doch Hyperventilieren ist keine Lösung, so tapfer mein Zwerg seinen Ausflug bestreitet, werde wohl auch ich lernen müssen, dass mein Baby, kein Baby mehr ist. Bis vor kurzem war es noch undenkbar, dass Mami nicht in Sichtweite ist. Konnte ich teilweise nicht Mal das Wohnzimmer verlassen, ohne ihn mitzunehmen. Während er jetzt schon alleine durch Wien fährt. In einer Straßenbahn sitzt und auf dem Weg ins Bilderbuchkino ist.
 

Wahrscheinlich ist es an der Zeit sich einzugestehen, dass mein Baby, kein Baby mehr ist.

Auch wenn es mir so vorkommt, als hätte er erst gestern Krabbeln gelernt, so geht er doch schon tapfer, seinen eigenen Weg. Erlebt auch ohne Mami spannende Sachen und meistert auch ohne Mami schwierige Situationen. Er ist bereit für eigene Erfahrungen und glaubt an sich. Er weiß, dass er alles schaffen kann, weil wir es ihm jeden Tag sagen. Und auch Mami weiß, dass er alles schaffen kann. Dass er schon ein Großer ist. Nur muss sie sich immer wieder daran erinnern, ihre Emotionen zügeln. Mami muss eben auch noch vieles lernen!

 

Ich versuche mich abzulenken. Kochen beruhigt mich! Da ich es nicht kann, muss ich mich so darauf konzentrieren, mir nicht weh zu tun, nichts falsch zu machen, dass sich meine Aufregung etwas legt. Ich mache Rindsuppe. Immerhin wird Lausi nach seinem Ausflug hunger haben. Und eine warme Suppe nach einem so kalten Tag, wird ihm bestimmt gut tun. Was er wohl erzählen wird? Ob es ihm gefällt? Er wird bestimmt Spaß haben, da bin ich mir sicher. Hoffe ich zumindest.
 
 
Während ich noch Suppengrün schneide, vibriert mein Handy. Der Kindergarten? Ist etwas passiert? Geistig bin ich schon auf dem Weg zum Auto. Egal wo du bist, ich bin binnen 10 Minuten dort.
 
 
Fotos? Eine Mami schickt mir Fotos unserer Zwerge, auf dem Weg zur Straßenbahn. Sie steht Schmiere. Zumindest tat sie das. Solange sie nicht entdeckt wurde. Warum bin ich eigentlich nicht auf die Idee gekommen? Genial! Umarmen könnt ich sie für diesen taktischen Schachzug. Danke!
 
 
Hand in Hand warten sie an der Kreuzung. Lausi steht brav in der ersten Reihe und wirkt zufrieden. Er hat seinen Rucksack mit und seine Haube auf. Es scheint, dass alles planmäßig verläuft, der Ausflug Spaß macht. Was für ein beruhigendes Gefühl. Er rockt den Kindergarten-Ausflug. Hab ichs doch gewusst! Gut, gehofft. Dafür gebetet.
 
 

Sicherlich muss ich an meiner Mami-Coolness noch arbeiten.

Lernen, loszulassen. Meinem Bub mehr zutrauen, obwohl ich ja eigentlich ganz genau weiß, dass er schon soweit ist. Dass er alles schafft. Dass die Welt von ihm erobert werden will. Mir eingestehen, dass es neben Mami halt auch schon andere interessante Dinge in seinem Leben gibt. Und sich nicht alles nur mehr um Mami dreht. Und das ist gut so. Auch wenn, mein Herz das vielleicht nicht immer so empfindet. Hätte ich früher vieles dafür gegeben, eine Minute für mich alleine zu haben, geht es mir nun vielleicht einfach zu schnell. Aber es beruhigt mich, dass es nicht nur mir so geht. Dass diese Gefühle wahrscheinlich einfach dazugehören. Wir gemeinsam lernen müssen, dass die Zeit nicht stehen bleibt und uns laufend neue, spannende Abenteuer erwarten.

 
 
Wie zum Beispiel morgen, unser erster Laternenumzug. Auch hier heißt es, cool bleiben. Werde ich doch soooooo unheimlich stolz auf ihn sein!
 
 
Aber, jetzt kann ich es kaum noch erwarten, meinen Zwerg endlich wieder zu sehen. In die Arme zu schließen. Ihm zu sagen, wie stolz ich auf ihn bin. Zu lauschen, was er mir Aufregendes zu berichten hat. Wie ihm sein erster Kindergarten-Ausflug gefallen hat.
 
 
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