/ Oktober 27, 2017/ Mamis Welt

 
 
Seit mittlerweile 3 Jahren darf ich mich Mami nennen. Und ich liebe es! Es ist das Größte.

 

Mamis wissen alles! Mamis können alles! So ist das eben einmal mit Mamis. Jede Mami ist für ihr Kind eine Superheldin. Und das ist auch gut so.

 

Denn, wenn ich mich nicht auf Mami verlassen kann. Auf wen denn sonst? Mamis sind immer da und finden die richtigen Worte. Der sichere Hafen bei jedem Sturm. Ein vertrauter Rückzugsort. In Mamas Armen ist die Welt gleich wieder in Ordnung. Mamis besiegen jedes Gespenst, vertreiben jede Angst und verzaubern mit ihrer Herzenswärme.

 

Was aber, wenn Mamis auch einmal ratlos sind? Fragen haben? Nicht genau wissen, was richtig ist? Sich Sorgen machen?

 

Gar kein Problem!

 

Für Mamis gibt es überall Antworten. Bei Oma, im Internet, in Büchern und Ratgebern, in Babygruppen, in Talk-Shows, in Zeitungen usw……..

 

 

Oft finden Mamis sogar Antworten, wenn sie gar keine Fragen haben. 

 

Dein Kind krabbelt immer noch nicht? Du fütterst ernsthaft Brei? Wie? Dein Kind schläft nicht alleine ein? Bei euch im Bett? Jede Nacht? Aaahhhhaaaaa…………! Na macht ja nichts!

 

Bevor ich Mami wurde, hatte ich mit Babys eigentlich gar nichts am Hut.  So klein, so verletzlich, so hilflos. Aber auch so laut. Schon auch süß und herzig. Aber dennoch auch ein klein wenig unheimlich. Sie machten wir etwas Angst.

 

Trotzdem hatte ich Antworten. Antworten auf Erziehungsfragen. Antworten auf Unsicherheiten. Antworten auf Kinderkrams. Mich hat zwar niemand gefragt, aber theoretisch hätte ich damals perfekt erklären können, wie dieses „Mama-Ding“ am besten funktioniert.

 

Ich habe einfach 1+1 zusammen gezählt. Ganz simpel, aber effektiv.

 

 

Babys essen, schlafen und weinen! Außerdem brauchen sie Windeln, Spielzeug und Schnuller.

 

So einfach funktioniert Kinderbetreuung / Kindererziehung. Ein nachvollziehbares Konzept ohne Schnickschnack. Und das ganz ohne pädagogische oder psychologische Ausbildung. Einfach intuitiv aus dem Bauch heraus. Ich war sozusagen, eine Mami-Expertin ohne Kind. 

 

Wahrscheinlich haben mich deswegen, damals weinende, schreiende, brüllende,  nervige Kinder genervt. Nicht, dass sie es heute nicht tun würden. Aber damals war die Lösung für das Problem so klar. „Was für eine unfähige Mutter!“ „Das gibt’s ja wohl nicht – hat die ihr Kind ernsthaft nicht im Griff?“ „Na bei denen daheim muss zugehen, wenn der Bub im Supermarkt am Boden liegt.“ „Würd die Tussi ihr Kind mal besser erziehen, hätte die Plärrerei endlich ein Ende.“ „Die werden sich noch anschauen, wenn das Kind keine Grenzen kennenlernt. Bei mir würds das nicht geben.“

 

Ja, ich wusste wirklich alles über den richtigen Umfang mit Kindern. Dennoch gab es so viele unfähige, überforderte Mamis an jeder Ecke. Obwohls doch so einfach wäre.

 

Heute weiß ich, dass ich damals eigentlich gar nichts wusste. Und dass jede Mami mit Sicherheit ihr Bestes gab. Dass manchmal oft logisches, rationales Denken und kindliche Emotionen einfach nicht zusammen passen.

 

Kennt ihr diese Werbungen, in denen junge, hübsche Familien, Hand in Hand Barfuß über eine duftende Sommer-Blumenwiese laufen? Glockenblumen. Huflattich. Löwenzahn. Der Wind weht ihnen durchs Haar. Sie lächeln sich liebevoll an. Ihr Familienglück wird von fröhlichem Vogelgezwitscher unterstrichen. Die Sonne strahlt. Wolkenloser blauer Himmel. So stellte ich mir damals den Familien-Alltag vor.

 

Heute angekommen in der realen Welt mit Kind, gehöre ich eher zu der Gruppe Mamis, die ihr Kind anflehen, doch wieder vom Gehsteig aufzustehen. Nicht gleich! NEEEIIIINNNNN! Den Kampf werde ich gewinnen! Den Kampf muss ich gewinnen! Der kleine Herr wird schon sehen, wer hier die Hosen an hat.

 

Ich beginne erst zu flehen, wenn jemand kommt.  Uns jemand sieht. Jemand denken könnte, ich hätte die Situation nicht im Griff. Mein Kind nicht im Griff! Vorher flehe ich sicher nicht!!! Das ist Prinzipsache. 

 

Und, ja wir laufen auch über Blumenwiesen! Zwar etwas anders als in meiner damaligen Vorstellung.  Nicht so gestyl. Nicht so hübsch gekleidet. Und nicht immer bis über beide Ohren grinsend. Aber, wir laufen! Also, wir sind schon mal gelaufen. Auf einer Wiese. Eigentlich einer Grünfläche. Ohne Blumen.

 

 

 

Schon lustig und naiv, wie einfach ich mir früher die Mutterrolle vorgestellt habe.

Die Realität hat sich  jedoch gleich in der ersten Nacht nach Lausis Geburt bei mir vorgestellt. Windel wechseln? Klar, kein Problem! Wer kennt die zuckersüßen Pampers Werbungen nicht? Danke Christina, dass du mir damals im Krankenhaus gezeigt hast, welcher Teil der Windel hinten gehört.

 

 

Ja, ich habe schnell Bekanntschaft mit dem Mamasein fernab von märchenhaft blühenden Blumenwiesen gemacht.

 

 

Warum schläft er nur auf unserem Arm ein? Warum müssen wir dabei ständig in Bewegung sein? Verwöhnen wir ihn schon? Müssen wir ihn dann mit 10 auch noch Tragen zum Einschlafen? Geräusche die dem Mutterleib ähneln? Ah, ok. Alles klar! Staubsauger? Geräusch hilft nicht! Hunderte Male getestet. Strassen Lärm? Passt! YouTube Video gefunden. Hilft nicht! Vielleicht zu wenig Lastwägen? Mozart Musik? Danke! CD bringt nichts. Ok, dann wieder zum Start. Auf und Ab im Flur.

 

 

Warum krabbelt er noch nicht? Alle anderen krabbeln schon. Oh Gott! Krabbeln ist doch so wichtig für die beiden Gehirn Hälften. Was kann ich nur tun, dass er beginnt zu krabbeln? Der Handtuch Trick klingt gut. Schatz, bringst du mir bitte schnell ein grosses Handtuch? Wäre doch gelacht, dass wir nicht krabbeln. Soooo ein Blödsinn, das mit dem Handtuch!

 

Fragen und Unsicherheiten waren und sind nun, irgendwie ständig um mich. Will ich doch auch alles richtig machen!  Auch eine tolle Mami sein! Wie die vielen anderen tollen Mamis.

 

Die Mamis, bei denen das Baby nie weint. Die Mamis, bei denen das Baby schon seit der 7. Woche durch schläft. Die Mamis, bei denen der Zwerg schon seit 1,5 sauber ist. Die Mamis, bei denen das Kind nie schwierig ist. Nie brüllt, nie haut.  Die Mamis, bei denen das Kind schon ab dem ersten Kindergartentag liebend gern ohne Drama in die Gruppe geht. Die Mamis, bei denen einfach immer alles perfekt läuft. Die Mamis, die nie schimpfen müssen. Die Mamis, die durch konstruktive Diskussionen jedes Problem sachlich mit ihrem 2-Jährigen lösen können. Die Mamis, die nach dem Kastanien sammeln, noch schnell eine Torte backen, bevor sie an ihrer Diplomarbeit weiter schreiben und der Vormittag vorbei ist.

 

 

Auf viele Fragen und Unsicherheiten findet man bei Omi die beste und schnellste Hilfe. Und lecker Essen gibt’s meistens gratis drauf.

 

Omis sind super. Omis sind die Besten. „Kommt ein Vogerl geflogen“ auf Omas Schoss zu erleben, ist für jedes Kind eine unvergessliche Erinnerung.  Mit Omi Bilderbuch lesen, Weihnachtskekse backen oder wandern gehen. Die Zeit mit Omi ist einzigartig. Weil Omis einzigartig sind. Einzigartig lieb.

 

Erziehungstechnisch haben sie immer Antworten parat. Immerhin haben sie selbst, die tollsten Töchter der Welt groß gezogen. Und wissen auch ganz genau, was ihre Enkelkinder brauchen.

 

Manchmal prallen dabei vielleicht dennoch 2 Welten aufeinander. Unterschiedliche Weltanschauungen. Nicht immer ganz kompatible Erziehungsmodelle. Die Zeiten haben sich geändert.  Was keinesfalls bedeuten soll, dass es heute besser, richtiger ist. Oder früher falsch war. Sondern eher, dass das Richtig von Früher für mich heute genau so falsch sein kann. Wie mein Richtig von heute für andere Falsch ist.

 

Familienbett oder BLW Baby-Led Weaning  sorgen vielleicht mal für Diskussionspotential mit Omi. Dabei gibt es auch hier wohl kein richtig oder falsch. Sondern eher nur ein „Für mich richtig“ oder „Für mich falsch.“

 

Das Wichtigste, Omis sind immer da. Stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Sind eine grosse Stütze. Und wissen genau, dass ihr Enkelkind die beste Mami hat. Unabhängig davon, ob man immer gleicher Meinung ist.

 

Es gibt auch phantastische Bücher und Ratgeber zu beinahe allen Fragen der Kindererziehung. Wertvolle Tipps, praxisorientierte Begleitungen. Ich habe viele Bücher gelesen und oftmals Antworten bzw. Denkanstöße gefunden. Gerade bei heiklen Themen, wie Schreibabys, Trotzphase etc. gibt es hier oft tolle Hilfestellungen.

 

In welche Richtung ich mit meinem Kind jedoch gehen möchte, welche Richtung die Richtige für uns ist, kann mir bei vielen Fragen leider auch das beste Buch, der beste Ratgeber nicht beantworten.

 

 

Beim Thema Schlafen zum Beispiel trennen sich die Geister und es gibt wohl mindestens 1000 literarische Empfehlungen.  „Jedes Kind kann schlafen lernen.“ Für mich nie eine Option! Lieber würde ich heute mit Lausi im Flur noch auf und ab laufen. Andere wiederum schwören auf das Buch.

 

Fluch uns Segen zugleich, ist sicherlich das World Wide Web. Begriff eingegeben und schon spuckt Google mehrere tausend Vorschläge aus. Von Bastelideen, über Ausflugsmöglichkeiten, bis hin zu Erziehungsfragen und Rezepten. I love it! Wie haben Mamis früher ohne Internet überlebt? 

 

Du kannst damit auch relativ schnell eingrenzen, dass es sich beim  Hautausschlag deines Lieblings vermutlich um Neurodermitis, Windpocken oder einen Gelsenstich handelt.

 

Hustet dein Kind, musst du nur herausfinden um welche Art der 7 Arten des Hustens bei Kindern es sich handelt und schon weißt du, was du zu tun hast. Dr. Google hat immerhin rund um die Uhr Ordination.

 

Nicht immer einfach Antworten zu finden. Antworten, die zu dir und deinem Kind, deiner Vorstellung von Erziehung, deiner Vorstellung von Liebe und Geborgenheit passen.

 

 

Immerhin will man nichts falsch machen.

 

Es gibt viele Hilfestellungen und gute Tipps. Von der Omi, bis hin zu tollen Ratgebern, Büchern und erfahrenen Freundinnen  

 

Letztendlich liegt es aber an uns Mamis selbst, den für uns richtigen Weg zu finden und zu gehen. Aus Überzeugung! Weil er sich für uns richtig anfühlt. Weil er für uns richtig ist. Weil er für unser Kind richtig ist. 

 

Mamis spüren ohnedies bei vielen Fragen, was richtig ist.

 

Der Bauch gibt meistens eine verlässliche Antwort. Kombiniert mit Omis, Büchern, Tipps & Tricks schaukeln wir das „Mama-Ding“ schon.

 

Papis natürlich nicht zu vergessen. Zu vielen Fragen haben sie einen viel pragmatischeren,  hilfreichen Zugang. Und sind ebenso eine ganz wichtige Stütze. Für unsere Papis folgt eine extra Lobes-Hymne. Bei Gelegenheit. Also, wenn mal Zeit ist. Wenn mir sonst gar nix mehr einfällt. Würde heute hier leider den Rahmen sprengen.

 

PS: Unser Lausi hat auch ohne „Jedes Kind kann schlafen lernen“ gelernt in seinem Bett einzuschlafen. Es hat auch mit Liebe & Geduld funktioniert. 😉

 

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2 Kommentare

  1. den Handtuchtrick kenn ich nicht, ansonsten kommt mir einiges nur zu bekannt vor 😉

    1. Hello! (: Hast nix versäumt! Wir haben damals gelesen, dass es angeblich zum Krabbeln motiviert, wenn die Beine mit einem Handtuch leicht angehoben werden. hihihi.

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