/ Oktober 5, 2017/ Liebesspiele

 

Huhu Mädls!

 

Heute ist deine Ehrlichkeit gefragt. Augen zu und durch!

 

Hast du einen der nachstehenden Sätze in den letzten 3 Monaten von deinem Partner gehört?

 

Liebling, lass uns einen Abendspaziergang machen. Nur du und ich im Mondschein“
 

„Schatz, machs dir auf der Couch gemütlich! Ich möchte kurz Boden wischen.“
 

„Prinzessin haben wir noch Teelichter? Du hast dir heute ein Lichtermeer und Champagner verdient“

 

Nein? Wie traurig!

 

Dann sind wir schon zu zweit!

 

Noch immer hält sich der Mythos, dass es auch heutzutage romantische Männer gebe, hartnäckig am Leben. Dieser, bisher wissenschaftlich noch nicht bestätigte Wunschtraum tausender von Frauen, bedient sich einer tiefen emotionalen Sehnsucht.

 

Die Berichte reichen von übernatürlichen Phänomenen, wie Männern, die ihre weiblichen Eroberungen auf Händen tragen, bis hin zu Märchen und Sagen, die von maskulinem Einfühlvermögen und Sinnlichkeit erzählen.

 

Aber auch Gerüchte, dass im männlichen Gehirn, die für die Romantik verantwortlichen Zellen, unmittelbar nach der gesicherten Eroberung der Frau absterben, machen immer öfter die Runde. Während in der Kennenlern- Aufriss-Phase noch mit vollem Einsatz um die Gunst der Auserwählten gekämpft wird, ändert sich dieses Verhalten sobald die weibliche Beute erlegt ist.

 

Männer sprechen dann oft von Romantik, meinen aber innige Zweisamkeit im Schlafzimmer. Das eine schließt natürlich das andere nicht aus, aber dennoch gewinnen männliche Hormone hier im Regelfall den Kampf.

 

Der Rosamunde Pilcher Film „Bis ans Ende der Welt“ hat mich persönlich dazu bewegt, die Romantik in meiner Ehe unter die Lupe zu nehmen und einen neutralen Faktencheck zu machen.

 

Samstag Abend, Zwergi schläft, der Regen klatscht gegen das Fenster. Prosciutto und Honigmelone sind im Kühlschrank. Wann wenn nicht jetzt? Perfektere Rahmenbedingungen für einen romantischen Abend zu zweit wird man kaum finden.

 

Unsere Chance, Rosamunde Pilcher Atmosphäre in Floridsdorf. Sozusagen „Bis ans Ende der Brünner Strasse„.

 

Noch schnell Deospray aufgetragen und meinen romantischen Blick vorm Spiegel geübt. Handy auf lautlos, Rosmarin-Duktkerze angezündet – romantic dreams will start soon.

 

Mit sanfter Stimme frage ich meinen Göttergatten, ob ich mich zu ihm auf die Couch kuscheln darf und wir plaudern wollen. Einfach über Gott und die Welt reden, zusammen lachen, gemeinsam aus dem Alltag ausbrechen, in eine romantische Parallel-Liebes-Welt eintauchen.

 

Plötzlich unterbricht ein lauter Pfiff unsere Liebes-Reise. Lionel Messi bekommt eine rote Karte. Es ist gerade Champions League Gruppenphase und Barcelona liegt 2:0 hinten.

 

Pffffffff gerade jetzt, wo die Romantik quasi schon spürbar war. Mist!

 

Mein Mann ist sauer – er hat 20 Euro auf Barcelona gesetzt und in 17 Minuten ist das Spiel schon zu Ende.

 

Er springt auf und läuft panisch zum Kühlschrank. Ich frage ihn, ob er vielleicht Lust auf Prosciutto mit Honigmelone hätte. Ich habe extra Stückchen in Herzform vorbereitet, um meine romantischen Absichten zu unterstreichen.

 

Er sieht mich irritiert an und beißt wütend in eine Leberkäsesemmel. Pferdeleberkäse! Obwohl ich grundsätzlich kein Pferd im Kühlschrank mag, verzichte ich auf einen hysterischen Schreianfall, Kompromisse sind auch in einer Romanze wichtig.

 

Um den Abend noch retten zu können, schlage ich vor ein bisschen in die frische Luft zu gehen, weit weg von diesem schrecklichen Fussball. Die Sterne strahlen heute glasklar am Himmelszelt und bringen mich zum Träumen. Nur du und ich in der finsteren Nacht, mein mutiger Beschützer.

 

In diesem Moment überkommt ihn ein Hustanfall. Er beklagt, dass er sich plötzlich nicht gut fühlt. Er wird doch nicht krank werden.

 

Ich mach ihm einen Pfefferminz-Tee und hole die Einhorn-Kuscheldecke für ihn. Nicht, dass er noch Schnupfen bekommt. Dann hab ich zwei kleine Kinder zuhause. Und mein Pflegeurlaub ging schon für seine Halsentzündung drauf.

 

Tausend Gedanken kreisen in meinem Kopf. Meine Enttäuschung über den Verlauf des Abends kann ich kaum verbergen. Wahrscheinlich gibt es romantische Männer, genau so wie fliegende Elefanten. Nämlich gar nicht!

 

Ich sollte die Realität endlich akzeptieren und nicht so naiv sein. Oder nach Irland ziehen, in die phantastische, wunderbare Welt der Rosamunde Pilcher.

 

Ich beschliesse schlafen zu gehen. Bringt ja e nix.

 

Doch dann passiert es:

 

„Ich würde liebend gern mit dir die Sterne zählen,

wär ich bloß nicht so schwach“

 

Er würde? Ach wie schön! Mein Herz geht auf.

 

Es gibt sie also doch! Restbestände, der vom Aussterben bedrohten Romantik-Männer. Und ich habe das Glück eines der seltenen Exemplare davon zuhause zu haben!

 

Noch ein paar FIFA-Runden zum Auskurieren und schon wird auch sein Husten besser. Uhhhhh, wer weiß, vielleicht ist morgen schon der Abend der Abende – unser Romantik-Date. Jupiduuu Juhuuu

 

Überglücklich falle ich in mein Bett!

 

„Bis ans Ende der Welt“ – Romantik-Faktencheck BESTANDEN

 

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1 Kommentar

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